„Haus Europa“ Der Blick von der Peripherie. Transnationale Positionen deutschsprachig-jüdischer Schriftsteller aus Wien vor und nach der Shoah

von Mandy Seidler

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts steht die Untersuchung von transnationalen Positionen der deutschsprachigen jüdischen Autoren Robert Schindel und Doron Rabinovici in den Romanen Gebürtig (1992), Ohnehin (2005) und Andernorts (2010). Es wird eine Historisierung von literarischen Prozessen stattfinden, die das heutige Selbstverständnis der beiden Autoren erklärbar machen sollen. Die Frage, die zu klären sein wird, lautet demnach: wie sind die Autoren zu ihren gegenwärtigen transnationalen Positionen gekommen, die ihre Romane charakterisieren? Die kosmopolitischen Reflexionen der österreichisch-jüdischen Autoren Joseph Roth und Stefan Zweig dienen dabei als Folie, unter der die transnationalen Positionen der gegenwärtigen Schriftsteller betrachtet werden. Es sollen die von den Autoren Rabinovici und Schindel beschriebenen gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen transnationalen Charakters in Wien im Lichte des Vielvölkergemischs der Habsburgermonarchie untersucht werden. Dabei wird der Vielvölkerstaat als „Laboratorium der Postmoderne“ angesehen, also als komplexes kulturelles System für das bereits um 1900 Prozesse wahrzunehmen waren, die heute wieder Relevanz besitzen.

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