Die jüdische Monatszeitschrift ‘Der Morgen’ (1925-1938)

Das Promotionsvorhaben im Fach Neuere deutsche Literatur an der FU Berlin
(Betreuung: Prof. Dr. Irmela von der Lühe, PD Dr. Kerstin Schoor) widmet
sich der deutsch-jüdischen Kulturzeitschrift “Der Morgen”, die von 1925 bis
1938 im Philo-Verlag (Berlin) erschien.

von Tobias Bargmann

Auf Basis umfangreicher Archivmaterialien rekonstruiert Tobias Bargmann
erstmals die Geschichte der Zeitschrift und analysiert sie als “ein
literarisches Forum des deutschen Judentums”, auf dem beinahe 200 Autorinnen
und Autoren ihre literarischen Texte veröffentlichten (u.a. Julius Bab,
Margarete Susman, Jakob Picard, Nelly Sachs, Jakob Wassermann, Karl
Wolfskehl und Franz Kafka, aber auch Newcomer wie Leo Hirsch, Mala Laaser
und Max Samter). Ingsgesamt zählte die Zweimonats- (1925-33) bzw.
Monatsschrift (1933-38) in ihren 112 Heften mehr als 500 jüdische und
nicht-jüdische Autoren, darunter Exponenten des deutschen Judentums wie Leo
Baeck, Martin Buber, Franz Rosenzweig, Ludwig Feuchtwanger, Bertha
Badt-Strauss und Bertha Pappenheim.

Im Kontext der jüdischen Presse der 1920er und 1930er Jahre in Deutschland
und der deutschprachigen Geistesgeschichte versucht Bargman, den
*Morgen*als ein Periodikum sui generis zu erweisen. Dabei verknüpft er
Zeitschriftengeschichte und literarische Einzelstudien (u.a. zu
literarischen Formen und äthetischen Verfahren, zum Schreiben innerhalb
einer Diktatur und zur Diskussion um “jüdische Literatur”). Im Rahmen der
Arbeit hat Tobias Bargmann Archivarbeiten im In- und Ausland (USA,
Großbritannien, Israel) vorgenommen.

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