Der junge Habermas. Eine ideengeschichtliche Untersuchung seines frühen Denkens

Promotionsprojekt von Roman Yos

Die Dissertation untersucht die frühe Denkentwicklung von Jürgen Habermas und verortet diese innerhalb der politischen Ideengeschichte der Bundesrepublik. Werkgeschichtlich soll herausgestellt werden, unter welchen Bedingungen sich Habermas’ Denken vor allem während der Fünfziger- und frühen Sechziger Jahre formiert hat und welche intellektuellen Einflüsse hierfür wesentlich waren. Vor diesem Hintergrund wird u.a. in Frage gestellt, dass der intellektuelle Standort von Habermas durch eine Zuordnung zur „Frankfurter Schule“ angemessen wiedergegeben ist. Im Rahmen einer werkgeschichtlichen Rekonstruktion ist dagegen zu zeigen, wie vielgestaltig sich bereits der früheste Abschnitt seines Denkweges darstellt. Zentrale Bestandteile einer solchen Rekonstruktion sind, neben der Betrachtung politisch-biographischer Motive, die Einbeziehung zeitgeschichtlicher Kontroversen wie auch die Diskussion des Umgangs mit theoretischen Problemen, mit denen sich Habermas beschäftigt hat und die ihn verschiedentlich zu Kurskorrekturen veranlasst haben. Dementsprechend ließe sich etwa fragen, welche Fundamente seines frühen Denkens durch andere, später hinzugetretene Elemente innerhalb eines komplexen Theorieaufbaus überlagert oder gar ersetzt wurden. Die Untersuchung bezieht sich in erster Linie – jedoch nicht ausschließlich – auf die frühen und frühesten Schriften aus dem Zeitraum zwischen 1952 und 1961 und richtet so ihr Interesse auf eine Werkphase, die in der Forschungsliteratur bislang nur sehr lückenhaft abgehandelt wurde.

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