Der Bürger und sein Recht – Die Transformation der Rechtskultur von der spätsozialistischen zur postsozialistischen Gesellschaft in Ostdeutschland 1980 bis 2000

von Anja Schröter

Recht ist nicht gleich Recht – jede Rechtskultur verändert sich mit ihren Bürgern und deren Verhältnis zum Staat. Hiervon ausgehend untersucht das Forschungsvorhaben den Wandel der Rechtskultur in Ostdeutschland vor dem Hintergrund des Verfalls des Staatssozialismus, der Revolution und der Systemtransformation nach dem Beitritt zur Bundesrepublik 1980 bis 2000.
Der Wandel der Rechtsanwendung und des Institutionenvertrauens der Bürger gegenüber Gerichten und Justiz wird anhand zweier Rechtsgebiete mit hoher Alltagsrelevanz erforscht: das Familienrecht, welches in der DDR ein leicht zugängliches Rechtsfeld darstellte, sowie die der DDR-Gesellschaft durch das Regime entfremdete Verwaltungsgerichtsbarkeit, an deren Stelle das prekäre, aber breit genutzte Eingabenwesen getreten war. Die Studie zielt auf einen systemübergreifenden Blick vom Spätsozialismus bis in die postsozialistische Gesellschaft vor, während und nach 1989/90. Dieser Untersuchungszeitraum ermöglicht es, Veränderungen der Rechtskultur sowie der Mentalitäten und Wertorientierungen im Hinblick auf das Verhältnis Staat-Bürger unter den Bedingungen des Umbruchs zu erforschen.

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