Demokratien, Liberalismus und Gewalt – zum internationalen Gewaltverhalten von Demokratien seit 1990 und dessen Erklärung im Rahmen einer Theorie demokratischer Gewalt

von Valerie Waldow

Das Forschungsvorhaben widmet sich der Auseinandersetzung mit dem Gewaltverhalten von Demokratien im internationalen System seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes. Motiviert ist das Vorhaben durch die Tatsache, daß in diesem Zeitraum die Mehrheit der Militäreinsätze unter Demokratiebeteiligung mit dem offiziellen Ziel der Durchsetzung explizit demokratischer Normen bzw. des Schutzes substantieller menschenrechtlicher Normen begründet und geführt wurden. Bisherige empirische Befunde legen die Vermutung nahe, daß die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens normerzwingender Kriege unter Beteiligung von Demokratien in naher Zukunft ansteigt. Bislang fehlt es jedoch an einem zufriedenstellenden Erklärungsansatz für das behauptete Verlangen nach Normdurchsetzung seitens Demokratien.

Das Projekt begegnet dieser Herausforderung sowohl auf konzeptueller als auch auf empirischer Ebene. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die kritische Auseinandersetzung mit jüngsten Ansätzen zu einer Theorie des Demokratischen Krieges, die von einer demokratiespezifischen Neigung zur Anwendung militärischer Gewalt ausgehen. In einer historisch-systematischen Untersuchung unterschiedlicher normativer Liberalismus- und Demokratiekonzeptionen sollen auf konzeptueller Ebene die Prämissen des Ansatzes diskutiert und Eckpunkte einer Theorie demokratischer Gewalt formuliert werden. Ergänzt wird die Diskussion um die Analyse des Gewaltverhaltens von Demokratien seit 1990 und eine vergleichende Studie zum Gewaltverhalten anderer politischer Regime.

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