Valerie Waldow

Mandy Seidler

Valerie Waldow studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Leipzig sowie Friedens- und Konfliktforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Ab April 2009 Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität. Im Herbst/Winter 2009 Visiting Researcher am Internationalen Friedensforschungsinstitut in Oslo; Stipendiatin des E.ON Ruhrgas Stipendienfonds/Norwegischer Forschungsrat. Seit November 2010 Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit im Walther-Rathenau-Kolleg.
Das Thema ihrer Dissertation lautet: „Demokratien, Liberalismus und Gewalt – zum internationalen Gewaltverhalten von Demokratien seit 1990 und dessen Erklärung im Rahmen einer Theorie demokratischer Gewalt“

Demokratien, Liberalismus und Gewalt – zum internationalen Gewaltverhalten von Demokratien seit 1990 und dessen Erklärung im Rahmen einer Theorie demokratischer Gewalt

Das Forschungsvorhaben widmet sich der Auseinandersetzung mit dem Gewaltverhalten von Demokratien im internationalen System seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes. Motiviert ist das Vorhaben durch die Tatsache, daß in diesem Zeitraum die Mehrheit der Militäreinsätze unter Demokratiebeteiligung mit dem offiziellen Ziel der Durchsetzung explizit demokratischer Normen bzw. des Schutzes substantieller menschenrechtlicher Normen begründet und geführt wurde. Bisherige empirische Befunde legen die Vermutung nahe, daß die Wahrscheinlichkeit des Vorkommens normerzwingender Kriege unter Beteiligung von Demokratien in naher Zukunft ansteigt. Bislang fehlt es jedoch an einem zufriedenstellenden Erklärungsansatz für das behauptete Verlangen nach Normdurchsetzung seitens Demokratien.

Das Projekt begegnet dieser Herausforderung sowohl auf konzeptueller als auch auf empirischer Ebene. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die kritische Auseinandersetzung mit jüngsten Ansätzen zu einer Theorie des Demokratischen Krieges, die von einer demokratiespezifischen Neigung zur Anwendung militärischer Gewalt ausgehen. In einer historisch-systematischen Untersuchung unterschiedlicher normativer Liberalismus- und Demokratiekonzeptionen sollen auf konzeptueller Ebene die Prämissen des Ansatzes diskutiert und Eckpunkte einer Theorie demokratischer Gewalt formuliert werden. Ergänzt wird die Diskussion um die Analyse des Gewaltverhaltens von Demokratien seit 1990 und eine vergleichende Studie zum Gewaltverhalten anderer politischer Regime.

Vorträge:

29.06.2011 „Zur (Un)umstrittenheit der liberalen Demokratie in der demokratiespezifischen Gewaltforschung”; Paper präsentiert an der Universität Greifswald, Kolloquium Demokratietheorie und politische Ideengeschichte, Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft

16.11.2009 „Liberal-democratic warfare – theoretical and normative considerations”; Vortrag im Rahmen des Abschlußworkshops des Forschungsprojektes „Liberal Peace and the Ethics of Peacebuilding”, Oslo, Norwegen, 16./17. November

11.09.2008 „Demokratien im Krieg – Entgrenzung der Gewalt im Kampf für universelle Werte?”; Vortrag gehalten auf der Tagung „The Diversity of Human Rights. Human Dignity and Violence” am Inter University Centre in Dubrovnik, Kroatien, 8.-12. September

30.06.2008 „Securitized Security? Gegenwärtige Veränderungen sicherheits- politischer Praxen im Ländervergleich Deutschland/Russland”;
„Vostok-Academy”, Murmansk/Russische Föderation, 28. Juli – 3. August

weiteres:

„Dinge, die einem Demokratischen Volk schwerfallen – liberale Demokratie und Krieg als Mittel der Politik“, in: Dialog (Nr. 2, 2011, Heft 50)

„Newman, Edward/Paris, Roland/Richmond Oliver P. (Hg.): New Perspectives on Liberal Peacebuilding, New York: United Nations University Press, 2009”; Rezension in: Journal of Peace Research 2010, 47 (4)

Valerie Waldow, M.A., studied Philosophy and German Studies at Leipzig University, and Peace and Conflict Studies at Otto-von-Guericke University Magdeburg; she graduated with honors in 2008. From April 2009 teaching assistant at Otto-von-Guericke-University; in Fall/Winter 2009 Visiting Researcher at International Peace Research Institute Oslo; fellow of E.ON Ruhrgas Stipendienfonds/Norwegian Research Council.
Since November 2010 fellow at Walther Rathenau Kolleg.

Her dissertation project “Democracies, Liberalism and Violence – on the international conflict behaviour of democracies since 1990 within a theory of democratic violence” addresses the international conflict behaviour of democracies since the end of Cold War with special focus on liberal/democratic norm enforcement.

Central to the conceptual reflections is the thesis of a specific democratic inclination to use military force which has been raised by scholars of the so-called democratic war theory. By critically discussing its assumptions, which refer to the relation between liberalism, democracy and violence, both, systematically and historically the project asks for necessary foundations of a comprehensive theory of democratic violence. The conceptual reflections will be combined with the empirical investigation of general trends of the conflict behaviour of democracies since 1945 – with particular focus on the period since 1990 – by referring to statistical data. Furthermore, it seeks to challenge the approach by a comparative case study taking into account the behaviour of other political systems.