Sebastian Brünger

Geboren 1979 in Herford. Studium der Betriebswirtschaftslehre, Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Mannheim und der Johns Hopkins University (Baltimore / USA). Seit 2007 Dramaturg des Theaterkollektivs „Rimini Protokoll“. Seit Mai 2011 Doktorand am Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte (Prof. Martin Sabrow) der Berliner Humboldt-Universität mit einem Promotionsprojekt zum „Umgang deutscher Unternehmen mit ihrer NS-Vergangenheit“. Seit Oktober 2011 Promotionsstipendiat im Walther-Rathenau-Kolleg.
Kontakt: bruenger (at) zzf-pdm.de

„Unternehmensgeschichte und Nationalsozialismus – Untersuchungen zum Umgang deutscher Unternehmen mit ihrer NS-Vergangenheit“

Das Promotionsprojekt, angesiedelt am Berliner HU-Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte von Herrn Prof. Sabrow, untersucht die Kontinuitäten und Diskontinuitäten der Vergangenheitsbearbeitung deutscher Unternehmen seit 1945 und strebt damit an, die gedächtnisgeschichtliche Perspektive auf die deutsche Erinnerungskultur um die Dimension der Unternehmensgeschichte zu erweitern und wirtschaftliche Unternehmen als Akteure des kulturellen Gedächtnisses zu begreifen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Fragen nach Narrativen, Strategien und Formen der Vergangenheitsbearbeitung mit besonderem Fokus auf den Wandel seit den späten 80er Jahren. 
Da es Quellenlage und -zugang bei vielen Unternehmen erschweren, konkrete Firmenentscheidungen im Umgang mit der eigenen NS-Geschichte detailliert zu rekonstruieren, nutzt das Projekt unternehmerische Selbstbeschreibungen in Bezug auf die NS-Zeit (i.e. Firmenchroniken oder Jubiläumsreden) als erste Ausgangslage, um Deutungsmuster, rhetorische Stile und Vergangenheitskonstruktionen diskursiv in ihre jeweilige Zeit einzubetten und den unternehmerischen Umgang mit der NS-Vergangenheit im Kontext von Öffentlichkeit/Politik/Wissenschaft zu analysieren.

Unternehmensgeschichte und Erinnerungskulturen. Zeithistorische Auftragsforschung der 1990er Jahre am Beispiel der Degussa. In: Zeitgeschichte-online, Dezember 2012,URL: http://www.zeitgeschichte-online.de/node/8670

Kriege der Erinnerung – Deutsche Erinnerungskultur zwischen Literatur und Geschichtswissenschaft anhand Günter Grass’ Novelle „Im Krebsgang“. In: Mannheimer Sozialwissenschaftliche Abschlussarbeiten 04 / 2006, online: http://ub-madoc.bib.uni-mannheim.de/1350

1979 born in Herford. From 2000 to 2006 Studies of General Business Administration and Political Science at the University of Mannheim and Johns Hopkins University Baltimore (USA). Since 2007 Member of the theatre and performance group Rimini Protokoll. Since October 2011 Ph.D. candidate at Humboldt University, Berlin and Ph.D. scholarship student at the Walther-Rathenau-Kolleg.

The Ph.D. project explores continuities and discontinuities in German companies‘ dealings with their national socialist past since 1945. Thus, its objective is to broaden the perspective on German commemorative culture by aspects of business history, thereby conceiving companies as protagonists of a cultural memory.
The primary focus of my research are questions of narratives, strategies and modes of coming to terms with the national socialist past, with a particular focus on the 1980s.
Since many companies‘ historical sources haven’t yet been made accessible to scientific research, giving a detailed account of their decisions regarding National Socialist history is proving difficult.
Therefore, company publications, implicitly or explicitly concerning the National Socialist past, are a starting point to shed light on the companies‘ historical self-perception and their public image. Anniversary publications for example are an instructive foundation for analysing historical interpretations, rhetorical figures and perceptions of the past. These corporate modes of reworking the National Socialist past can be embedded into a larger framework of historical discourses in regards to politics, historical science and public debate.

Email: bruenger (at) zzf-pdm.de

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