Patrick Küppers

Patrick Kueppers

geboren 1981 in Friedrichshafen, studierte an der Universität Potsdam Germanistik, Romanistik, Philosophie sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft.
Während seines Auslandsstudiums in Perugia 2005/06 besuchte er zudem Lehrveranstaltungen in Musik- und Kunstgeschichte.
Er promoviert an der Universität Potsdam und ist Walther-Rathenau-Kollegiat am Moses-Mendelssohn-Zentrum zu Potsdam.

Das Thema der Dissertation lautet „Die Sprache der Großstadt: Die naturalistischen Berlinromane Max Kretzers“

Die Sprache der Großstadt: Die naturalistischen Berlinromane Max Kretzers

In den Jahren von 1860 bis 1900 entwickelte sich die Stadt Berlin von einer etwas verschlafenen Residenz zu einer Millionenstadt, zu einem weltweit beachteten Zentrum von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Nirgendwo findet sich dieses wachsende Berlin so eingehend und literarisch so interessant geschildert wie in den Romanen, Novellen und Skizzen des heute fast völlig vergessenen Max Kretzer.

Die von mir untersuchten Texte, die Max Kretzer (1854-1941) zwischen 1880 und 1890 schrieb, sollten zur Lösung der sozialen Probleme beitragen. Kretzer suchte einem bürgerlichen Lesepublikum die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiter in den Vorstädten, in den Mietskasernen und Fabriken darzulegen. Darauf aufbauend analysieren Max Kretzers Texte strukturelle Schwächen im gesellschaftlichen Gefüge und die Punkte, an denen zur Findung einer Lösung anzusetzen sei.

Der große literarische Verdienst Max Kretzers besteht darin, mit dem „Berliner Roman“ den modernen Großstadtroman in Deutschland begründet zu haben. Das bedeutet, die Großstadt bildet in seinen Romanen nicht mehr nur den Hintergrund der Handlung, vielmehr ist sie zugleich Gegenstand und Protagonist des Romans. Bei der Darstellung der Großstadt folgte Max Kretzer ganz selbstverständlich naturwissenschaftlichen Methoden von Beobachtung und Experiment. Ferner orientierte er sich an ausländischer Literatur und an Texten unterhalb der „offiziellen“ Literatur wie den Kolportageromanen oder Feuilletons.

Max Kretzers literarischer Mut, der seinerzeit oft schockierte, ihn aber zu einem heute noch interessanten Autor macht, kennzeichnet ihn als wichtigen Bestandteil der künstlerischen Moderne.

Vom Ende eines urbanen Traums. In: Goon – Magazin für Gegenwartskultur 22, 2007. S. 54-55.

Ummauerte Erinnerungslandschaft. Zum Berliner Geschichtspark. In: Goon – Magazin für Gegenwartskultur 22, 2007. S. 89.

Urbanes Elend. Rezension zu Mike Davis: Planet der Slums. In: DeutschlandradioKultur, gesendet am 10. 6. 2007.

Rezension zu Ingo Stöckmann: Der Wille zum Willen. Der Naturalismus und die Gründung der literarischen Moderne 1880-1900. In: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 62/2, 2011. S. 199-200.

Vortrag: Max Kretzer: Warum es sich lohnt, vergessene Schriftsteller wieder auszugraben. Gehalten bei dem 3. interdisziplinären Doktorandensymposium in Potsdam am 14. 10. 2010.

The language of the big city: the naturalist Berlin-Novels of Max Kretzer.

In the years from 1860 to 1900, Berlin changed from a sleepy residence into a modern big city, into an economical, scientific and cultural centre that was world-widely acknowledged. Nowhere this growing Berlin finds itself described in such an intense and literary interesting manner as in the novels, stories and sketches of Max Kretzer (1854-1941) who today is almost completely forgotten.

The analysed texts, that Max Kretzer wrote from 1880 to 1890 were meant to contribute to the solution of the „social question“. Kretzer wanted to expose for his mostly bourgeois readers the circumstances of life and work of the working classes in the slums, in the the big blocs of flats, the so called „barracks“ and in the factories. Building on this, Max Kretzer’s texts point out structural weaknesses in the construction of the society and discuss, where to set in for finding a solution.

It is the great literary merit of Max Kretzer to have founded the modern urban novel in Germany with his „Berliner Roman“, the Berlin-Novel. That means, the city represents not only the background of the plot but it is at the same time subject-matter and protagonist of the novel.

In his representation of the big city, Max Kretzer used deliberately methods taken from the natural sciences like observation and experiment. Furthermore, he adapted foreign literature and texts underneath the „official“ literature like sensational literature or feature pages.

Max Kretzer’s literary courage shocked often then but it also makes him an author that ist still interesting and it characterizes him as an important actor of the artistic modern age.

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