Marta Ansilewska

Marta Ansilewska

Marta Ansilewska studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität Wien Slavische und Englische Philologie sowie an der Universität Potsdam Jüdische Studien, Polonistik und Religionswissenschaft. Im akademischen Jahr 2009/10 Auslandsaufenthalt an der Universität Warschau. Ab April 2008 bis September 2010 Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Seit November 2011 Promotionsstudium im Fach Osteuropäische Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit April 2011 Promotionsstipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit im Walther-Rathenau-Kolleg.
Das Thema ihrer Dissertation lautet: „Durch Taufe befreit? Die religiös-nationale Identität der polnischen Holocaustkinder nach 1945.”

„Durch Taufe befreit? Die religiös-nationale Identität der polnischen Holocaustkinder nach 1945.”

Die geplante Studie soll anhand des Beispiels Polen den Überlebensweg der dortigen „Holocaustkinder“ einer detaillierten Analyse zu unterziehen. Gegenstand der Untersuchung ist besonders die religiös-nationale Identität der jüdischen Kinder, die den Zweiten Weltkrieg im Versteck als Nichtjuden überstanden. Im Mittelpunkt des Projektes stehen Identitätsprobleme der „versteckten Kinder“ sowohl im nationalen als auch im religiösen Sinne. Die zentrale Untersuchungsgruppe der Arbeit sind jüdische Kinder, die die nationalsozialistische Verfolgungszeit überstanden, indem sie als Kinder katholischen Glaubens in polnischen Familien oder aber Einrichtungen wie weltlichen und katholischen Kinderheimen, Waisenhäusern und Klöstern untergebracht waren. Ein besonderes Interesse gilt dabei den Überlebensstrategien der „versteckten Kindern“, die das Verbergen ihrer jüdischen Abstammung und die Annahme einer neuen Identität bedeuteten.
Um die Frage nach der Rolle der religiös-nationalen Selbstwahrnehmungen der jüdischen Kinder beantworten zu können, muss eine größere Zeitspanne untersucht werden, da sich Identitäten im Laufe der Zeit herausbilden. Folglich wird die Dissertation nicht nur die Perzeption des Krieges durch die „Holocaustkinder“ analysieren, sondern auch die Zeit vor und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, um auf diese Weise den Wandel der Selbstwahrnehmungen darstellen zu können. Den Ausgangspunkt der Studie bilden Interviews mit den Überlebenden selbst, anhand derer die Übereinstimmungen und Konflikte zwischen der „wahren“ (jüdischen) und „falschen“ (polnisch-katholischen) Identität aus der Perspektive der Schoah-Überlebenden nachgezeichnet werden. Die Grundlage hierfür bieten die methodisch differenzierten Prämissen der mittlerweile im wissenschaftlichen Diskurs etablierten „Oral History“, die schon alleine deshalb unerlässlich ist, weil schriftliche Quellen kaum vorliegen und deshalb substituiert werden müssen.

no information filled in yet

no information filled in yet

Kommentar schreiben

0 Kommentare.

Kommentar schreiben