Clemens Reichhold

Clemens Reichhold

Clemens Reichhold, Dipl. Pol, bis 2009 Studium der Politischen Wissenschaft und Philosophie in Hamburg und Paris-Nanterre. 2010-2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaft der Universität Hamburg, am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideengeschichte bei Prof. Dr. Greven. Seit April 2011 Stipendiat der Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit am Walther Rathenau-Kolleg.

Das Thema der Dissertation lautet „Spontane Ordnung – Ordnung der Spontaneität. Kritik des Spontaneitätsbegriffs bei Friedrich August von Hayek“

Titel der Arbeit: ‚Spontane Ordnung – Ordnung der Spontaneität. Kritik des Spontaneitätsbegriffs bei Friedrich August von Hayek‘
Die Arbeit zielt darauf ab durch eine neue genealogische Perspektive auf Hayeks Theorie der „spontanen Ordnung“ Aufschluss über die politische Dimension eines neoliberalen Schlüsselkonzeptes zu gewinnen. Vielmehr als die Erfindung einer einzelnen Person sollen Elemente der Theorie auch in anderen zentralen Texten des Neoliberalismus dargestellt und Bezüge zum klassischen Liberalismus hergestellt werden.
Das Forschungsziel schlägt sich methodisch darin nieder die Perspektive der aktuellen Neoliberalismus-Forschung zu erweitern um den sozialhistorischen Entstehungskontext dieser Ordnungskonzeption. Den untersuchten Kontext bilden neben dabei insbesondere Dynamiken des „organisierten Kapitalismus“, die im Ausgang des 19. Jahrhunderts die Ära des klassischen Liberalismus beenden. Erst vor dem Hintergrund dieser strukturellen Entwicklungen, so eine forschungsleitende Hypothese, wird Hayeks Anklage des Totalitarismus im Zeichen spontaner Vergesellschaftung verstehbar und kritisierbar.
Dicht angelehnt an die Forschungsagenda des Walter Rathenau Kollegs ist die Analyse der Implikationen von Hayeks Theorie der spontanen Ordnung für demokratische Prinzipien. Von besonderem Interesse ist das von Hayek entworfene rechtsstaatlich-liberale Verfassungsmodell und dessen Ausrichtung auf kulturelle Evolution, für Hayek die „Zwillingsidee“ spontaner Ordnung. Diese von Hayek letztlich nur durch den Staat zu verwirklichende kulturelle Evolution, so versucht die Arbeit in Abgrenzung zu rein texthermeneutisch vorgehenden, Mehrdeutigkeiten oft zu Gunsten einer stabilen Autorenintention auflösenden Arbeiten zu zeigen, durchkreuzt seine Option für Spontaneität mit ihrem Gegenteil: Anpassung und Verewigung des Status quo.

Der Imperialismus als Regierung der Masse. Zur Geschichte der Gouvernementalität bei Foucault, in: Geschichte und Gesellschaft 3/2010, S. 437-461

Clemens Reichhold, Dipl. Pol, studied political sciences and philosophy in Hamburg, Germany and Paris-Nanterre, France until 2009. From 2010 to 2011 he worked as a teaching assistant at the department of political science at the University of Hamburg, Germany mostly on comparative questions of neoliberal theory. Since April 2011 he is fellow at Walther Rathenau Kolleg.
In his dissertation on Spontaneous order – Order of spontaneity. A critique of Friedrich August von Hayeks notion of spontaneity he scrutinizes a neoliberal key-concept of the political from a genetic perspective. Instead of looking at this concept as a one-man invention, elements of Hayeks theory of spontaneous order are traced in the works of other neoliberal thinkers, linking them to a theoretical paradigm that can be differentiated from classical liberal thought.
Methodologically the analysis builds upon a contextualization of Hayeks theory of spontaneous order with insights from social history. By the end of the 19th century, the dynamics of the so called “organized capitalism” point at the end of classical liberalism. In his Phd-project these developments build the horizon of Hayek’s critique of totalitarianism in favor of spontaneous socialization.
Within the research-agenda of the Walther Rathenau Kolleg Clemens pursues the question: What are the implications on democratic principles which may be filtrated from Hayek’s theory of spontaneous order? Therefore Hayek’s constitutional model is analyzed, especially with regard to its aim to promote cultural evolution, what builds the “twin-idea” of the spontaneous order. The Phd-project wants to show that Hayek’s defense of spontaneity is overwritten by his appeal to tradition i.e. subconscious guidelines of behavior inherent in the process of cultural evolution.

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