Anna-Carolin Augustin

Anna-Carolin Augustin

Anna-Carolin Augustin studierte Geschichte, Jüdische Studien und Kunstgeschichte an der Universität Potsdam und der Freien Universität zu Berlin. Sie verfasste als Promotionsstipendiatin des Walther-Rathenau-Kollegs eine Dissertation zum Thema „Berliner Kunstmatronage – Sammlerinnen und Förderinnen bildender Kunst um 1900“. Im Frühjahr 2018 erscheint die Dissertation im Göttinger Wallstein Verlag.

Nach Projektmitarbeit am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien und wissenschaftlichem Volontariat am Jüdischen Museum Berlin, arbeitete sie in verschiedenen Ausstellungsprojekten (Golem, 2016, JMB / Otto Bartning – Architekt einer sozialen Moderne, AdK Berlin) und widmet sich seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Provenienzforschung im Bereich Judaica am Jüdischen Museum Berlin.

Um 1900 legten zahlreiche Frauen in Berlin Kunstsammlungen an, förderten Kunstschaffende und verschiedene Kunststile. Das Repertoire reichte von Van-Gogh-Gemälden über japanische Farbholzschnitte bis hin zu Volkskunst-Objekten. Damit leisteten die Frauen einen wichtigen und heute nahezu unbekannten Beitrag zur Genese der Kunstmetropole Berlin.
Anna-Carolin Augustin widmet sich diesem Thema an der Schnittstelle von Kunstgeschichte, Elitengeschichte, Geschlechtergeschichte und Jüdischer Geschichte. Anhand von Archivalien, Zeitschriften, Briefwechseln und Tagebüchern breitet sie ein Panorama von Berliner Frauenbiographien, Kunstsammlungen und -stiftungen aus und analysiert die Motive und Funktionen der Kunstmatronage sozial- und kulturhistorisch. So werden parallel die Geschichten von Protagonistinnen mit ganz unterschiedlichen Interessen erzählt; ihre Kunstmatronage war etwa vom Glauben an Emanzipation durch Kunst getragen, stand im Dienst der kulturellen Interessen des imperialistischen Kaiserreiches oder war von individuellem Distinktionsstreben geprägt. Zeitgenossen betrachteten diese Frauen als Mitstreiterinnen oder lukrative Konsumentinnen, häufiger jedoch begegneten sie ihnen mit Abwehr, die mitunter antifeministische und antisemitische Stereotype vereinte.

Berliner Kunstmatronage. Sammlerinnen und Förderinnen bildender Kunst um 1900, Göttingen [voraussichtlich Frühjahr] 2018.

Die Belebung der Filmkulisse, in: Bilski, Emily D./Lüdicke, Martina (Hg.): GOLEM, Ausst.Kat., Berlin 2016, S. 114-115. (Auch auf Englisch online erschienen unter dem Titel „Bringing the Film Set To Life“: https://www.jmberlin.de/en/online-catalog-golem-bringingfilm-set-life

Augustin, Anna-Carolin/Ludewig, Anna-Dorothea: Kunst und Leben. Die Sammlerinnen Félicie Bernstein und Margarete Oppenheim, in: Elke-Vera Kotowski (Hg.): Salondamen und Frauenzimmer. Selbstemanzipation deutsch-jüdischer Frauen in zwei Jahrhunderten, Berlin/München/Boston 2016, S. 67–88.

Jenseits von Deutschland – Diesseits von Afrika. „Deutsch-jüdisches Kulturerbe“ in Südafrika, in: Elke-Vera Kotowski (Hg.): Das Kulturerbe deutschsprachiger Juden. Eine Spurensuche in den Ursprungs-, Transit- und Emigrationsländern, Berlin/München/Boston 2015, S. 288–309.

Ein großbürgerliches Frauenleben für die moderne Kunst – Der Rückblick der Berliner Kunstsammlerin Margarete Mauthner, Miszelle, in: Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 9(2015).

Von der Keramik-Kanne bis zum Ananas-Pokal. Zur Arbeit am Objekt, in: BLOGERIM. Aus dem Alltag des Jüdischen Museums Berlin (4.4.2015).

Raubkunst und Restitution in israelischen Museen, in: Julius H. Schoeps/ Anna-Dorothea Ludewig (Hg.): Raubkunst und Restitution im deutschsprachigen Raum, Berlin 2014, S. 133–149.

„Apostel des unbekannten Heiligen“. Die Van Gogh-Übersetzerin und Sammlerin Margarete Mauthner, in: Julius H. Schoeps/Anna-Dorothea Ludewig/Ines Sonder (Hg.): Aufbruch in die Moderne. Sammler, Mäzene und Kunsthändler in Berlin 1880–1933, Köln 2012, S. 136–159.

In Zusammenarbeit mit Dr. Sebastian Panwitz “Rekonstruierte Werkliste der Sammlung von Gemälden und Zeichnungen der Kunstsammlerin Margarete Oppenheim”, in: Julius H. Schoeps/Anna-Dorothea Ludewig/Ines Sonder (Hg.): Aufbruch in die Moderne. Sammler, Mäzene und Kunsthändler in Berlin 1880–1933, Köln 2012.

Die „entartete Kunst“ und ihr „Marktwert“, in: ZRGG 64, 2 (2012), S. 182–184.

Emanzipation und Integration durch Kunst? Berliner Kunstsammlerinnenkultur und „weibliches Mäzenatentum“, in: Dialog 1( 2011), Heft 50, S. 2.

Nazi Looted Art in Israel: Kulturguttransfer nach 1945 und Restitution heute, in: Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung, 5. Jg., 2011, Nr. 9, S. 1–15.

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